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BILDUNG - Seit Jahren Ausreden

Foto: Kay Lorenz und Silvia Ristow.
Foto: Kay Lorenz und Silvia Ristow.

Kay Lorenz steht auf dem Karlsplatz in Bernburg. Dort, wo zu DDR-Zeiten das Marx-Engels-Denkmal stand, will er wachrütteln. Er ist einer der Sprecher der Elterninitiative "No Teacher, No Future", die am Montag auf den Karlsplatz zur Diskussion eingeladen hatte.

BERNBURG/AS. Kay Lorenz steht auf dem Karlsplatz in Bernburg. Dort, wo zu DDR-Zeiten das Marx-Engels-Denkmal stand, will er wachrütteln. Er ist einer der Sprecher der Elterninitiative "No Teacher, No Future", die am Montag auf den Karlsplatz zur Diskussion eingeladen hatte. Wenige kamen, aber die waren verärgert über die Bildungspolitik des Landes. Welche Zukunft haben die Kinder, wenn Unterricht in wichtigen Fächern ausfällt? Wenn im Stundenplan schon "Beschäftigung" stehe, habe das mit Wissensvermittlung wenig zu tun.

 

Die Eltern der Initiative werden nicht müde, die Landesregierung an ihre Pflicht zu erinnern, eine gute Bildung zu ermöglichen. Das setzt voraus, dass Ausfall vom Unterrichtsstunden die Ausnahme und nicht die Regel sind. "Seit Jahren werden den Eltern die gleichen Dinge erzählt und immer wieder wird Hoffnung gemacht. Aber nichts hat sich getan", sagt Lorenz. Es seien eher Ausreden als Argumente. Es sei ja nicht überraschend, wenn die Einschulung komme. Man wissen ja, wie viele Schüler es gibt. Das komme ja nicht urplötzlich, so Lorenz. Dass sich der Zustand nicht schnell ändere, liege auf der Hand. Gehandelt werden müsse aber. Und hier fehlt Lorenz und auch Eltern und Großeltern die Motivation in der Politik.

 

Mehr pädagogische Mitarbeiter, die zumindest helfen können, Ausfälle im Unterricht sinnvoll zu überbrücken, fordert die Elterninitiative deshalb. Und Schulsozialarbeiter an allen Schulen, die eher bei Problemen von Schülern angesprochen werden als Eltern oder Lehrer.

 

Helfen könnten auch Teams, die fachübergreifend arbeiten können. Schulpsychologen, Pädagogische Mitarbeiter und Lehrer könnten das sein. Sie könnten Brücken bauen, um schnell auf Situationen zu reagieren.

 

Die Stadt selbst, so sagt Oberbürgermeisterin Silvia Ristow, könne nur bedingt helfen. Sie unterstützte am Montag Lorenz. Man habe in schwierigen Zeiten mit dem Personal im Hort helfen können. Für den Hort sei die Stadt samt Personal zuständig. So habe man die Schüler früher als gesetzlich vorgeschrieben übernommen, damit zwischen Unterricht und Hort die Schüler einen nahtlosen Übergang hatten. Die Mehrkosten trägt dabei aber nicht das Land. "Das bleibt an den Gemeinden hängen", sagt Silvia Ristow.

 

"No Teacher, No Future" will weiter versuchen, die Eltern aufzurütteln. Am 1. April ab 18 Uhr steht Lorenz vor dem Rathaus in Aschersleben.