
Am 8. April ernannte Gauleiter Jordan Oberleutnant Schnitter zum „Kampfkommandanten“ von Bernburg. Trotz des Befehls der Wehrmacht zu äußerstem Widerstand verfügte Schnitter lediglich über 10 Soldaten mit minimaler Bewaffnung. Die Stadt war von kampffähigen Truppen entleert, und der Kreisleiter Himmerich musste mit begrenzten Mitteln improvisieren.
Anfang Februar 1945 erreichte die russische Armee auf ihrem Vormarsch Richtung Berlin den Oderstrom bei Frankfurt und Küstrin und hielt dort, um ihre Flanken zu sichern und auf das Vorrücken der angloamerikanischen Truppen zu warten. Deutscherseits erwartete man, dass die Elbe die Grenze zwischen den künftigen Besatzungszonen bilden würde.
Die angloamerikanische Armee stieß nach ihrer Rheinüberquerung tief ins Deutsche Reich vor und erreichte bis zum 10. April die Elbe bei Magdeburg und Barby. Dabei rückte sie auch über Bernburg vor, was die Lage der Stadt äußerst ernst machte.
Am 8. April ernannte Gauleiter Jordan Oberleutnant Schnitter zum „Kampfkommandanten“ von Bernburg. Trotz des Befehls der Wehrmacht zu äußerstem Widerstand verfügte Schnitter lediglich über 10 Soldaten mit minimaler Bewaffnung. Die Stadt war von kampffähigen Truppen entleert, und der Kreisleiter Himmerich musste mit begrenzten Mitteln improvisieren.
Zur Verteidigung Bernburgs wurden 24 Panzersperren geplant. Jedoch war deren Standortauswahl oft fehlerhaft und sorgte für Konflikte mit dem Oberbürgermeister Eggert, der sich für eine kontrollierte Vorgehensweise einsetzte. Viele Sperren waren ungeeignet oder gefährdeten angrenzende Gebäude und Infrastruktur.
Da die Verteidigungsmittel ineffektiv waren und das Vertrauen der Bevölkerung gering blieb, wurden einige Sperren vor dem 16. April, als die Amerikaner Bernburg einnahmen, von Bürgern abgebaut. Nach der Besetzung verschwanden die Sperren rasch, während ihre Überreste noch lange sichtbar blieben und eine Erinnerung an die Ereignisse von April 1945 darstellen.
Das Thema der Verteidigungsvorbereitungen in Bernburg umfasst die Maßnahmen und Entscheidungen, die im April 1945 getroffen wurden, um die Stadt gegen das Vorrücken der angloamerikanischen Armee zu schützen. Dabei spielten verschiedene Akteure eine Rolle, und die Organisation war von Konflikten und Herausforderungen geprägt:
-
Verantwortlichkeiten und Akteure: Der Gauleiter Jordan ernannte Oberleutnant Schnitter zum "Kampfkommandanten" von Bernburg. Dieser arbeitete eng mit dem Kreisleiter Himmerich zusammen, während der Oberbürgermeister Eggert sich vor allem um die Belange der Stadtverwaltung kümmerte. Es bestand ein Spannungsfeld zwischen militärischen und städtischen Interessen.
-
Planung der Verteidigung: Zur Stadtverteidigung wurden Panzersperren als zentrales Verteidigungsmittel ausgewählt. Ein Pionierfeldwebel plante insgesamt 24 Panzersperren, deren Standorte jedoch oft ungeeignet waren und Kritik hervorriefen. Probleme wie die Nähe zu wichtigen Gebäuden und Infrastruktur sowie fehlende Rücksichtnahme auf lokale Gegebenheiten führten zu Konflikten.
-
Ressourcenmangel: Die Verteidigung Bernburgs war durch einen gravierenden Mangel an kampffähigem Personal und Waffen gekennzeichnet. Kampfkommandant Schnitter hatte lediglich 10 Soldaten mit minimaler Bewaffnung zur Verfügung. Der Volkssturm übernahm die Errichtung der Panzersperren, jedoch unter schwierigen Bedingungen.
-
Konflikte und Eingriffe: Der Oberbürgermeister griff eigenständig ein, um ungeeignete Standorte für Panzersperren zu korrigieren und das Fällen von Bäumen zu regulieren. Dennoch wurde der Aufbau der Sperren vorangetrieben, was zu Spannungen zwischen den militärischen und städtischen Verantwortlichen führte.
-
Effektivität und Scheitern: Die Panzersperren wurden bis zur Einnahme Bernburgs durch die Amerikaner am 16. April nicht eingesetzt und galten als ineffektiv. Nach der Besetzung wurden die Sperren von der Bevölkerung rasch abgebaut, da sie als nutzlos wahrgenommen wurden.
Die Verteidigungsvorbereitungen in Bernburg zeigen die Herausforderungen und Widersprüche in den letzten Kriegswochen, geprägt von fehlenden Ressourcen, organisatorischen Spannungen und dem Scheitern der Maßnahmen. Sie spiegeln die schwierige Lage wider, in der sich die Stadt befand.